Entstehung und Geschichte des Vereins:

Der erste nachweisbare Bericht über eine Theateraufführung in Otterskirchen datiert mit dem Jahre 1898. Unter Leitung des damaligen Kooperators Windhager traten Burschen mit dem um die Jahrhundertwende sehr bekannten Stück "Der Fischer von der Salzach" an die öffentlichkeit. Dies war der Beginn und Ursprung der nun schon über 100 Jahre bestehenden Theatergruppe. Ein in der Vereinschronik hinterlegter Zeitungsaußschnitt mit Foto zeigt die Gruppe im Jahre 1907. Bis in die 20er Jahre hinein waren die jeweiligen Kooperatoren der Pfarrei Otterskirchen die Spielleiter der Gruppe. Sie hielten den Verein immer wieder aufrecht, nachdem der Versuch einen katholischen Burschenverein mit Ziel des Laienspiels zu gründen, fehl schlug. Der letzte leitende Geistliche war der im Mai 1923 tödlich verunglückte Kaplan Elender. Dann übernahm Karl Beißer die Leitung, die er schon 1925 aus gesundheitlichen Gründen an Max Nader übergab. Unter seiner Regie wurde im Jahr 1927 das von ihm verfaßte Stück "Der Räuberhauptmann Matthias Weber" aufgeführt, das einen Höhepunkt in der damaligen Vereinsgeschichte darstellt. Nach den schlimmen Jahren des Zweiten Weltkriegs nutzte der Verein die unglaubliche Aufbruchstimmung dieser Zeit und faßte wieder rasch Boden. Ein Mann der damals eine Führungs- und Schlüßelrolle einnahm war Hans Rohrhofer. Beachtlich auch die soziale Ader der Theatergruppe. Immer wieder wurde für gemeindliche Vorhaben oder sozial Schwache, Geld aus der Vereinskaße aufgebracht. über vierzig Jahre führte Max Nader mit großem Erfolg die Gruppe. Kein anderer als Hermann Höltl konnte ihm 1964 in die Fußstapfen folgen. Er ist der Vater des heutigen Vereins, der Macher neuer Bühnen, des Theaterausflugs oder des Theaterballs. Im Jahr 1994 übergab er einen tadellos dastehenden Verein an Georg Maier, der die Gruppe bis 2011 führte. Seit 2011 ist der neue Kopf der Laienspielgruppe Christian Fisch. Es ist für die derzeitig Verantwortlichen erfreulich und motivierend, gerade in der von schnelllebigen, elektronischen Medien und individuellen Intereßen geprägten Gegenwart, regen Zuspruch für ihre Art des Volkstheaters zu erhalten. Volkstheater, das von Alltäglichen und Kuriosem, Liebe und Haß, Arm und Reich, Lustigem aber auch durchaus Nachdenklichem erzählt. Theater eben, gemacht und gespielt fürs Volk. Daß alle Vereinsmitglieder ihre Aktivität nicht mit Entgelt, sondern nach wie vor ehrenamtlich zur Verfügung stellen, spricht für Zusammenhalt und Charakter aller Beteiligten.

1966: Die neue Bühne

1966 - Die neue Bühne

Im Jahr 1966 wurde die Bühne im Saal des Gasthauses Seidl völlig neu gestaltet. Entworfen hatte das neue Bühnenbild Vorstand Hermann Höltl. Die Malerarbeiten wurden vom "Kapitän" Hans Werner aus Stampfing durchgeführt.

1970: Teilnahme am Wettbewerb "Laien spielen um die Wette" des Bayerischen Rundfunks

Im Jubiläumsjahr 1970 hatten sich die Otterskirchener Laienspieler etwas ganz besonderes vorgenommen. Die Gruppe beteiligte sich am vom Bayerischen Rundfunk und Bayerischen Landesverein für Heimatpflege ausgeschriebenen Wettbewerb "Laien spielen um die Wette". Bayernweit wurden von der neutralen Jury 230 Aufführungen begutachtet.
Regißeur Hermann Höltl hatte zur Teilnahme das Stück "s´Röserl vom Falkenstein" von Wolfgang Wirth ausgewählt. Ein Stück in vier Aufzügen, das in jedem Akt ein anders Bühnenbild beanspruchte. Mit großem Fleiß und zugleich Nervenkitzel wurde geprobt und vorbereitet. Auch die Biühne wurde auf Hochglanz gebracht, bis dann am 22. März 1970 ein Mitglied der vom Bayerischen Rundfunk gestellten Jury der Aufführung im Seidl-Saal beiwohnte.
Ein Schreiben aus München vom 29. Juni 1970 belohnte die Mühe und Arbeit der Gruppe. Für die gelungene Aufführung wurder der Förderpreis in Höhe von 500 Mark zuerkannt.

1970 - Laien spielen um die Wette

1973: Zu Fuß zur Probe

Im Jahr 1973 wurden aufgrund der damaligen ölpreise, Sonntage mit Fahrverboten ins Leben gerufen. Da aber trotzdem dringend geprobt werden mußte, kamen alle Spieler zu Fuß zur Probe. Der körperliche Einsatz hatte sich allerdings gelohnt. Das Stück "Der Susi ihr G´Spusi" mußte aufgrund des großen Erfolgs wiederholt werden.

1978: Empfang vom Bayerischen Ministerpräsidenten

Goppl

Im Juli 1978 wurde der Theatergruppe Otterskirchen eine große Ehre zu Teil. Der amtierende Bayerische Ministerpräsident Alfons Goppl lud am Freitag, 14. Juli zu einem Empfang für Mitglieder von Laienspielgruppen. Zu dieser unvergeßlichen Veranstaltung, die im Antiquarium und in den Gartensälen der Münchener Residenz statt fand, erging auch eine schriftiche Einladung an die Theatergruppe Otterskirchen.

1979: Erstmals Durchführung des Kartenverkaufs

In der Spielsaison 1979/80 gab es eine bedeutende organisatorische Veränderung für die Zuschauer des Otterskirchener Theaters. Um den Besuchern das oft stundenlange Freihalten der Sitzplätze vor dem eigentlichen Beginn der Vorstellung zu ersparen, wurde erstmals der Versuch gestartet, einen Kartenvorverkauf mit nummerierten Plätzen durchzuführen. Gleichzeitig wurden erstmals zu Weihnachten drei Aufführungstermine angesetzt, um die Zuschauerbestuhlung etwas lockerer zu gestalten.

1984/85: Laienspiel-Wettbewerb des Landkreises Paßau

Im Jahr 1984 führte der Landkreis Paßau einen Laienspiel-Wettbewerb mit dem Titel "Volkstheater des Paßauer Landes" durch. Als Stück wurde analog dem Laienspiel-Wettbewerb 1970 der Vierakter "s´Röserl vom Falkenstein" gewählt. Die Theatergruppe Otterskirchen konnte gemeinsam mit der Neukirchener Heimatbühne und dem Volkstrachtenverein Jacking die zweite Siegergruppe für sich entscheiden. Ein großer Erfolg, den Landrat Baptist Kitzlinger mit der überreichung der entsprechenden Urkunde besiegelte.

85 Jahre

1996: Bayerischer Ehrenorden für Hermann Höltl

Ehrenamtsorden Hermann

Im Jahr 1996 wurde erstmals das durch den Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber initiierte "Ehrenzeichen für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern" verliehen. Mit zu den ersten Würdenträgern, die diese hohe Auszeichnung erhielten, gehörte unser Ehrenvorstand Hermann Höltl. Vorgeschlagen hatte ihn die Vorstandschaft der Theatergruppe Otterskirchen.

1999/2000: Das Jubiläumstheater

Im Jahr 2000 konnte die Theatergrupe ein besonders Jubiläum feiern, nämlich 100 Jahre Theatergruppe Otterskirchen. Nicht viele Theatergruppen in der Region können auf eine so lange Theatertradition zurückblicken. Mit einem Gottesdienst mit anschließender Feier und einer eigens angefertigten Theaterchronik wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert.

Gruppenfoto 2000

Die Leitung der Theatergruppe

Besonders stolz darf die Theatergruppe auf ihre bisherigen Vorstände sein. Ohne deren Kraft, Ausdauer und Geschick könnten wir nicht auf eine so erfolgreiche Chronik zurückblicken. Ein Liste der Vorstände ist folgend aufgeführt:

Geistliche der Pfarrei 1898 - 1923 kein Bild
Karl Beißer 1923 - 1925 kein Bild
Max Nader 1925 - 1964 Max Nader
Hermann Höltl 1964 - 1994 Hermann Höltl
Georg Maier 1994 - 2011 Georg Maier
Christian Fisch Seit März 2011 führt nun
Christian Fisch den Verein
Christian Fisch
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